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„Nachtwache“ für Mutter Maria Theresia Bonzel OSF

Während der Vigil, mit der die Feierlichkeiten zur Seligsprechung von Mutter Maria Theresia Bonzel OSF eröffnet wurden, brannte eine Kerze, die eigens zu diesem Anlass gestaltet wurde. Die Kerze ziert das lebenslange Leitwort der Ordensgründerin: „Er führt, ich gehe“. Weihbischof Matthias König (im Hintergrund) stand der Vigil-Feier vor. Paderborn, 9. November 2013. Mit einer Vigilfeier in der Paderborner Markt- und Universitätskirche haben am Samstagabend die Feierlichkeiten zur Seligsprechung von Mutter Maria Theresia Bonzel OSF begonnen. Der Gottesdienst mit Lichtfeier, Evangelien-Lesung, spirituellen Impulsen und eucharistischer Anbetung stimmte die Gläubigen auf das bedeutende Ereignis der Seligsprechung am folgenden Sonntag im Hohen Dom ein. Weihbischof Matthias König, der der Vigil vorstand, bezeichnete in seiner Ansprache die Gründerin und langjährige Generaloberin der Franziskanerinnen von der ewigen Anbetung zu Olpe als „Frau mit Rückgrat“: „Sie zeigte eine erstaunliche Durchsetzungskraft in einer Zeit, wo Frauen – auch in der Kirche – wenig Einfluss und öffentliche Beachtung fanden.“ „Vigil“ bedeutet wörtlich übersetzt „Nachtwache“. Die Kirche feiert diese Form des Gottesdienstes stets vor bedeutenden Festen. Zu den zahlreichen Gottesdienstbesucherinnen und -besuchern zählten auch 110 Schwestern der von Mutter Maria Theresia Bonzel OSF gegründeten Kongregation.

Zu Beginn der Vigil wurde eine brennende Kerze in die Markt- und Universitätskirche getragen. Die Kerze, die von Schwester Elisabeth OCD vom Karmel in Witten eigens für die Seligsprechung von Mutter Maria Theresia Bonzel OSF gestaltet wurde, ziert unter anderem deren lebenslanges Leitwort „Er führt, ich gehe“. Nach einem Lichtgebet entzündeten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Vigil eigene Lichter an der Flamme der Kerze.

Schwester Mediatrix Nies OSF, ehemalige Generaloberin der Olper Franziskanerinnen, beschrieb in ihrer Einführung Mutter Maria Theresia als Person, die die Spiritualität des heiligen Franz von Assisi zum Leitgedanken ihres Lebens gemacht habe. Franziskus sei fasziniert von der „Demut Gottes“ gewesen, der sich ganz klein gemacht und sich dem Menschen in einem Stück Brot geschenkt habe. Zugleich habe er, dem Beispiel Jesu folgend, auf allen materiellen Besitz verzichtet, „um frei zu sein für Gott und die Menschen, besonders für die Armen“. „Ihnen wollte er dienen, wollte mit ihnen leben, um ihnen etwas von ihrer Würde zurückzugeben, die von der Gesellschaft mit Füßen getreten wurde.“ Diese Gedanken habe Mutter Maria Theresia den Schwestern ihrer Gemeinschaft vermittelt, so Schwester Mediatrix weiter. „Die Sorge um den Menschen und um die Bewahrung der Schöpfung hat auch heute noch eine große Bedeutung.“

Zu den zahlreichen Gottesdienstbesucherinnen und -besuchern, die an der Vigil in der Paderborner Markt- und Universitätskirche teilnahmen, zählten auch 110 Schwestern der von Mutter Maria Theresia Bonzel OSF gegründeten Kongregation „Franziskanerinnen von der ewigen Anbetung“ zu Olpe. Dr. Wolfgang Kühnhold trug den Sonnengesang des Franz von Assisi, der die Gedanken des Heiligen in einzigartiger Weise zusammenfasst, im Wechsel mit Musikstücken vor. Daran schloss sich ein Wortgottesdienst mit biblischer Lesung an. Weihbischof Matthias König unterstrich in seiner Ansprache die große Liebe zur Eucharistie und zur Anbetung des Herrn im Altarsakrament, die Mutter Maria Theresia ausgezeichnet habe. Aus dieser Glaubenserfahrung heraus habe sie die Anbetung des Altarsakramentes zum innersten Prinzip der von ihr gegründeten Gemeinschaft gemacht. „Die große Idee dahinter war und ist, das apostolische Wirken der Schwestern überall auf der Welt durch das immerwährende Gebet mitzustützen, zu tragen und zu fördern“, so der Weihbischof.

Die Seligsprechung von Mutter Maria Theresia weise auf diese innerste Mitte und diesen innersten Halt für ihr Leben und Wirken in besonderer Weise hin, fuhr Weihbischof König fort. „Für alle Christen und die ganze Kirche wird uns dieses Vorbild als Ermutigung zur Nachahmung vor Augen gestellt.“ Er wies darauf hin, dass die Vigilfeier in einem Kirchenraum stattfinde, in den seit einigen Jahren regelmäßig zur Anbetung des Altarsakramentes eingeladen werde: „Hier in der Marktkirche findet das so genannte ‚Nightfever’ statt: Junge Menschen gehen auf die Straße und Plätze der Stadt und laden ein, hier bei Christus zu verweilen.“ So wirke in diese Zeit hinein, woraus Mutter Maria Theresia gelebt habe.

Weihbischof Matthias König (2.v.l.) bezeichnete in seiner Predigt Mutter Maria Theresia Bonzel OSF als „Frau mit Rückgrat“, die in einer Zeit, wo Frauen wenig Einfluss und öffentliche Beachtung gefunden hätten, erstaunliche Durchsetzungskraft gezeigt habe. Auf den Wortgottesdienst folgte die Eucharistische Anbetung, in deren Verlauf Gedanken von Mutter Maria Theresia Bonzel OSF über „ Gottes unendliche Liebe zu uns Menschen“ zu Gehör gebracht wurden. Mit einer Stillen Anbetung und dem Sakramentalen Segen endete die Vigilfeier.

Die musikalische Gestaltung der Vigil übernahmen die Mädchenkantorei am Paderborner Dom unter der Leitung von Domkantorin Gabriele Sichler-Karle, Dekanatskirchenmusiker Sebastian Freitag an der Orgel und Rachel Kelz an der Harfe.