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Selige Mutter Maria Theresia Bonzel OSF ruht nun in Pfarrkirche St. Martinus in Olpe

Gebeine der neuen Seligen vom Mutterhaus der Olper Franziskanerinnen in Olper Pfarrkirche überführt und von Erzbischof Hans-Josef Becker beigesetzt / Dankgottesdienst mit Paul Josef Kardinal Cordes

Die sterblichen Überreste der neuen Seligen des Erzbistums Paderborn, Mutter Maria Theresia Bonzel, wurden in der St. Martinus-Pfarrkirche zu Olpe an den Stufen des Altares aufgebahrt, bevor sie in die neu gestaltete Sakramentskapelle des Gotteshauses überführt und dort beigesetzt wurden. Erzbischof Hans-Josef Becker hatte die neue Kapelle zuvor gesegnet.pdp Paderborn, 12. November 2013. Am Sonntag, 10. November 2013, wurde Mutter Maria Theresia Bonzel OSF, Gründerin der Kongregation der „Franziskanerinnen von der ewigen Anbetung“ in Olpe, im Hohen Dom zu Paderborn selig gesprochen. Als Abschluss der Feierlichkeiten zur Seligsprechung wurden am Montag die Gebeine der neuen Seligen vom Mutterhaus der Olper Franziskanerinnen in die Pfarrkirche St. Martinus zu Olpe überführt und dort in der neuen Sakramentskapelle beigesetzt, die Erzbischof Hans-Josef Becker segnete. Der aus Kirchhundem im Kreis Olpe stammende Kardinal Paul Josef Cordes feierte anschließend gemeinsam mit Erzbischof Hans-Josef Becker und weiteren Konzelebranten ein Pontifikalamt.  

Die feierliche Umbettung der Gebeine der neuen Seligen des Erzbistums Paderborn begann mit dem Gebet der Vesper in der Mutterhauskirche der Olper Franziskanerinnen, der Erzbischof Hans-Josef Becker vorstand. Die Franziskanerinnen verabschiedeten die sterblichen Überreste ihrer Gründerin, welche aus dem Grab in der bisherigen Gedächtniskapelle oberhalb des Mutterhauses erhoben worden waren und im Sarg inmitten der Mutterhauskirche standen. Anschließend wurde der Sarg auf einem Fahrzeug der Olper Feuerwehr weithin sichtbar und von Glockengeläut begleitet durch die Straßen von Olpe bis zur Pfarrkirche St. Martinus gefahren. Die zahlreichen Franziskanerinnen, die aus aller Welt zur Seligsprechung angereist waren, folgten dem Sarg mit den sterblichen Überresten ihrer Gründerin von Mutterhaus aus in Bussen. Als das Feuerwehrauto mit dem Sarg den ersten wartenden Bus passierte, gab es spontanen Beifall.

Mit dem Gebet der Vesper, der Erzbischof Hans-Josef Becker vorstand, verabschiedeten die Olper Franziskanerinnen die sterblichen Überreste ihrer Gründerin, welche anschließend in die Pfarrkirche St. Martinus überführt wurden.pdp An der Pfarrkirche St. Martinus wurde der Sarg mit den Gebeinen der Seligen Mutter Maria Theresia von zahlreichen Gläubigen sowie von der Feuerwehrkapelle feierlich empfangen. Pfarrer Clemens Steiling von der Pfarrgemeinde St. Martinus begrüßte die Anwesenden, insbesondere Erzbischof Hans-Josef Becker, Kardinal Paul Josef Cordes und Bischof Kevin Rhoades aus dem Bistum Fort Wayne-South Bend (USA). „Nur wenige Meter von diesem Ort, an dem heute die St. Martinus-Kirche steht, hat Mutter Maria Theresia Bonzel in ihrem Elternhaus die ersten Jahrzehnte ihres Lebens verbracht“, erinnerte Pfarrer Steiling. Erzbischof Becker betonte: „Heute ist ein großer Tag der Freude für das ganze Erzbistum Paderborn. Die tiefe Verwurzelung eines ‚Sauerländer Mädchens’ mit der Sendung der Kirche erhält hier an diesem Ort nun einen besonderen Platz des Gedenkens. Möge dieses Gotteshaus jedoch kein Museum sein, sondern ein Raum des lebendigen Glaubens. Dafür möge die Fürbitte der Seligen Mutter Maria Theresia beitragen.“

Zahlreiche Gläubige waren zum Empfang „ihrer“ Mutter Maria Theresia Bonzel gekommen: Sie empfingen den Sarg mit den Gebeinen der neuen Seligen des Erzbistums Paderborn, als dieser auf einem Feuerwehrwagen die St. Martinus-Pfarrkirche in Olpe erreichte.pdp Im Anschluss wurde der Sarg durch die dicht gedrängt sitzende und stehende Schar von Gläubigen bis vor die Altarstufen der St. Martinus-Kirche geleitet. Er wurde von Menschen getragen, die eine besondere Beziehung zu Mutter Maria Theresia Bonzel und ihrem segensreichen Wirken haben, beispielsweise ehemaligen Bewohnern des Kinderheims der Franziskanerinnen. „Wir sind dankbar, dass die Selige Mutter Maria Theresia Bonzel nun zurückkehrt an den Ort, an dem sie die Taufe und alle Sakramente empfangen hat“, sagte Erzbischof Becker, der die Beisetzung leitete. Die neue Selige wurde in der Vorgängerkirche der Martinus-Kirche getauft, empfing dort die Erste Heilige Kommunion und wurde dort auch als Ordensschwester eingekleidet.

Erzbischof Hans-Josef Becker segnete die neue Sakramentskapelle in der St. Martinus-Pfarrkirche. Hier wurde die Selige Mutter Maria Theresia anschließend beigesetzt und hat nun zu Füßen des Allerheiligsten ihre letzte Ruhestätte gefunden.pdp Nach dem Te deum wurde der Sarg in die neu gestaltete Sakramentskapelle im Turm der Kirche geleitet, die von Erzbischof Becker gesegnet wurde. In seinem Gebet bat er darum, dass die hier betenden Gläubigen die Nähe Gottes spüren und die Selige Mutter Maria Theresia dabei an ihrer Seite wissen mögen. „Wir danken Gott für das Vorbild ihres Glaubenslebens“, sagte der Erzbischof. Anschließend wurden die Gebeine der neuen Seligen in der Gruft zu Füßen des Allerheiligsten beigesetzt.

Den sich anschließenden feierlichen Dankgottesdienst zelebrierte der aus Kirchhundem im Kreis Olpe stammende Kardinal Paul Josef Cordes. Erzbischof Hans-Josef Becker, Bischof Kevin Rhoades, Pfarrer Friedhelm Rüsche (Dechant des Dekanates Südsauerland) und Pfarrer Clemens Steiling konzelebrierten.

Der aus Kirchhundem im Kreis Olpe stammende Kardinal Paul Josef Cordes feierte nach der Überführung und Beisetzung der Gebeine der neuen Seligen einen Dankgottesdienst.pdp Kardinal Paul Josef Cordes betonte in seiner Predigt, der Dienst der Nächstenliebe sei die Visitenkarte des Christentums: „Die gute Tat an Alten und Kranken, an Notleidenden und Flüchtlingen befindet über den öffentlichen Leumund unserer Kirche“, so der Kardinal. Die neue Selige Maria Theresia Bonzel verkörpere in ihrem Kampf gegen die vielen Formen des menschlichen Elends eindrucksvoll dieses Ideal.

„Und sie bewegt unser Herz. Wie vielen Kranken spendete sie mit ihren Mitschwestern Trost und Linderung, wie viele Kinder holten sie und ihre Ordensgemeinschaft von der Straße und wie vielen Obdachlosen und Hungernden gab sie Speise und Trank“, konkretisierte Kardinal Cordes das Wirken der neuen Seligen. „All ihre Werke waren Pioniertaten, denn um das öffentliche Elend kümmerte sich die Gesellschaft vor 150 Jahren kaum.“

Die St. Martinus-Pfarrkirche war beim Dankgottesdienst bis auf den letzten Platz gefüllt. Im Vordergrund v.l.n.r.: Dechant Friedhelm Rüsche, Bischof Kevin Rhoades, Kardinal Paul Josef Cordes, Erzbischof Hans-Josef Becker und Pfarrer Clemens Steiling.pdp Die Kraftquelle, aus der heraus die Selige auch viele Widrigkeiten auf ihrem Weg gemeistert habe, sei stets ihre Nähe zum Altarssakrament gewesen. Kardinal Cordes zitierte aus den Akten des Seligsprechungsverfahrens von Maria Theresia Bonzel: „Sie war aufgewachsen unter dem sanften Licht der eucharistischen Sonne. Immer wieder suchte sie den verborgenen Gott auf, um Licht, Mut und Kraft zu finden“. Die neue Selige lehre jeden Gläubigen, den eucharistischen Herrn immer wieder neu zu entdecken und als Ermöglichung der selbstlosen Liebe zu verkünden.

Da die Quelle des Wirkens von Mutter Maria Theresia Bonzel die eucharistische Anbetung gewesen sei, finde die die neue Selige des Erzbistum Paderborn in der neuen Sakramentskapelle der St. Martinus-Kirche einen „angemessenen und überaus kennzeichnenden Ort“ zu Füßen des Allerheiligsten. Kardinal Cordes lud die Gläubigen ein, die Kapelle häufig zum Gebet zu besuchen: „Wenn wir beten, schafft Gottes Geist unser Herz neu. Und die Botschaft des heutigen Tages lautet: Das Gebet zu Gott ist mächtig.“ Dies zeige das Zeugnis der Olper Franziskanerinnen von der ewigen Anbetung bis heute, so Kardinal Paul Josef Cordes zum Abschluss seiner Predigt.