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Reliquien der Seligen Mutter Maria Theresia Bonzel OSF im Hohen Dom zu Paderborn

Erzbischof Hans-Josef Becker und Dompropst Monsignore Joachim Göbel vor dem Wandreliquiar mit Reliquien der Seligen Mutter Maria Theresia Bonzel OSF in der Konrad-Martin-Kapelle des Paderborner Domes.Foto: pdpPaderborn, 11. Dezember 2014. Rund ein Jahr nach der feierlichen Seligsprechung von Mutter Maria Theresia Bonzel OSF am 10. November 2013 im Hohen Dom ist nun die jüngste Selige des Erzbistums Paderborn in den Paderborner Dom zurückgekehrt: Ein Reliquiar mit Reliquien der Gründerin und langjährigen Generaloberin der „Franziskanerinnen von der ewigen Anbetung“ in Olpe befindet sich jetzt in der Konrad-Martin Kapelle des Paderborner Doms und lädt Gläubige zum Gebet ein. Erzbischof Hans-Josef Becker und Dompropst Monsignore Joachim Göbel freuen sich über das kunstvoll gestaltete Reliquiar und das Angebot zur geistlichen Begegnung mit der Seligen Mutter Maria Theresia Bonzel OSF.  

Im Pontifikalamt zur Seligsprechung vor einem Jahr hatte Erzbischof Becker die neue Selige des Erzbistums Paderborn als Person gekennzeichnet, die die „unaufgebbare Verbindung von Gottes- und Nächstenliebe exemplarisch und vorbildlich in ihrem Leben umgesetzt“ habe. Die Selige Mutter Maria Theresia habe mit ihrem Leben und Wirken die Sammlung im Gebet und die Sendung zu den Menschen deutlich gemacht: „Nur wer mit seinem ganzen Herzen Gott liebt, kann es letztlich fertig bringen, sich auf andere Menschen voll einzulassen und sie nicht zum Instrument der eigenen Selbstbehauptung zu machen.“ Es gehe stets darum, die Gottesliebe in echter Nächstenliebe zu bewähren.

Ein kunstvoll gestaltetes Wandreliquiar enthält Reliquien der Seligen Mutter Maria Theresia Bonzel OSF.Foto: pdpDas neue Wandreliquiar mit Reliquien der Seligen Mutter Maria Theresia Bonzel wurde vom Gold- und Silberschmied Matthias Engert aus Zell bei Würzburg gefertigt. Es befindet sich in der Konrad-Martin-Kapelle des Hohen Domes zu Paderborn, in der sich bereits ein Reliquiar der Seligen Mutter Pauline von Mallinckrodt befindet. Die Reliquienkapsel besteht aus massivem feuervergoldetem 925er Silber und ist mit einer Bergkristallscheibe abgeschlossen. Die Schauseite des ansonsten aus feuervergoldetem Tombak gearbeiteten Reliquiars ist mit einer doppelseitig gestrahlten Glasscheibe gestaltet, auf der sich folgende Zitate von Mutter Maria Theresia befinden: „Die Freude an Gott ist unsere Kraft“ und „So wie wir beten leben wir und wie unser Leben so sind unsere Gebete“.    

Hintergrund: Leben und Wirken von Mutter Maria Theresia Bonzel OSF

Mutter Maria Theresia Bonzel OSF wurde am 17. September 1830 als Regina Christine Wilhelmine „Aline“ Bonzel in Olpe geboren. Ihre seit frühester Kindheit empfundene Verbundenheit mit Gott kommt in ihrem lebenslangen Leitsatz „Er (Gott) führt, ich gehe“ zum Ausdruck. 1859/60 folgte sie ihrer Berufung, als Schwester Clara Pfänder zusammen mit ihr und Regina Löser in Olpe die „Kongregation der Franziskanerinnen, Töchter der hl. Herzen Jesu und Mariä“ gründete – mit dem Hauptzweck der ewigen Anbetung und der Sorge für arme Waisenkinder. Nach der Verlegung des Mutterhauses nach Salzkotten im Frühjahr 1863 wurde die in Olpe verbliebene Filiale am 20. Juli 1863 von Bischof Konrad Martin als selbständige Kongregation unter dem Namen „Arme Franziskanerinnen von der Ewigen Anbetung“ anerkannt. Mutter Maria Theresia Bonzel blieb bis zu ihrem Tod am 6. Februar 1905 ihre Generaloberin. Heute ist der Orden zweimal in den USA vertreten (in Indiana und in Colorado) sowie auf den Philippinen und in Brasilien. Große Weitsicht bewies Mutter Maria Theresia Bonzel, als sie 1902 als eine der ersten Frauen eine GmbH gründete, um die Tätigkeit ihres Ordens wirtschaftlich und rechtlich abzusichern: die „Gemeinnützige Gesellschaft der Franziskanerinnen“ (GFO). Seit 1995 ist die Maria Theresia Bonzel-Stiftung Trägerin dieser Gesellschaft. In einem feierlichen Pontifikalamt im Hohen Dom zu Paderborn wurde Mutter Maria Theresia Bonzel OSF am 10. November 2013 selig gesprochen. Der Festtag der Seligen wird jeweils am 9. Februar begangen.