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Gedenken an selige Mutter Maria Theresia Bonzel OSF

Mutter Maria Theresia Bonzel OSF wurde am 10. November 2013 im Hohen Dom zu Paderborn selig gesprochen. Ihr Gedenktag wird am 9. Februar begangen.Paderborn, 6. Februar 2015. Am 10. November 2013 wurde Mutter Maria Theresia Bonzel OSF, Gründerin und langjährige Generaloberin der „Franziskanerinnen von der ewigen Anbetung“ in Olpe, im Hohen Dom zu Paderborn selig gesprochen. Aufgrund ihrer Seligsprechung darf die neue Selige des Erzbistums auf lokaler Ebene von der Ortskirche öffentlich verehrt werden. Zur Verehrung der seligen Mutter Maria Theresia Bonzel haben alle Kirchengemeinden im Erzbistum Paderborn für das Messlektionar ein Einlegeblatt mit den Schriftlesungen zum Gedenktag der Seligen erhalten. Dieser Gedenktag wird am 9. Februar begangen.  

Das Einlegeblatt wurde von der Päpstlichen Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung im Vatikan genehmigt. Es ermöglicht den Kirchengemeinden im Erzbistum Paderborn das jährliche Gedenken an die selige Mutter Maria Theresia Bonzel OSF in der Liturgie. Die Schriftlesungen für diesen „nicht gebotenen Gedenktag“ stammen aus dem Ersten Petrusbrief sowie dem Johannes-Evangelium.

In seiner Predigt zur Seligsprechung hatte Erzbischof Hans-Josef Becker die neue Selige mit den Worten gewürdigt: „Mutter Maria Theresia Bonzel hat die unaufgebbare Verbindung von Gottes- und Nächstenliebe exemplarisch und vorbildlich in ihrem Leben umgesetzt. Ihr Vorbild kann dazu ermutigen, mehr Räume zu schaffen, die Gottesbegegnung ermöglichen. Das richtig praktizierte Gebet entrückt den Menschen nicht von der Welt oder lässt ihn weltfremd werden. Im Gegenteil: Im Blick auf den Herrn selbst und im Sich-Versenken in seine Liebe hinein öffnet sich unser Blick auf das Hier und Heute, auf die Menschen, die jetzt unsere Nächsten sind.“

Rund ein Jahr nach ihrer feierlichen Seligsprechung ist Mutter Maria Theresia Bonzel OSF als jüngste Selige des Erzbistums Paderborn Ende 2014 in den Paderborner Dom „zurückgekehrt“: Ein Reliquiar mit Reliquien der langjährigen Generaloberin der „Franziskanerinnen von der ewigen Anbetung“ in Olpe lädt Gläubige im Hohen Dom zum Gebet ein. Das Wandreliquiar befindet sich in der Konrad-Martin-Kapelle des Paderborner Domes, in der bereits ein Reliquiar der Seligen Mutter Pauline von Mallinckrodt zu finden ist.  


Hintergrund: Leben und Wirken von Mutter Maria Theresia Bonzel OSF

Mutter Maria Theresia Bonzel OSF wurde am 17. September 1830 als Regina Christine Wilhelmine „Aline“ Bonzel in Olpe geboren. Ihre seit frühester Kindheit empfundene Verbundenheit mit Gott kommt in ihrem lebenslangen Leitsatz „Er (Gott) führt, ich gehe“ zum Ausdruck. 1859/60 folgte sie ihrer Berufung, als Schwester Clara Pfänder zusammen mit ihr und Regina Löser in Olpe die "Kongregation der Franziskanerinnen, Töchter der hl. Herzen Jesu und Mariä" gründete – mit dem Hauptzweck der ewigen Anbetung und der Sorge für arme Waisenkinder. Nach der Verlegung des Mutterhauses nach Salzkotten im Frühjahr 1863 wurde die in Olpe verbliebene Filiale am 20. Juli 1863 von Bischof Konrad Martin als selbständige Kongregation unter dem Namen "Arme Franziskanerinnen von der Ewigen Anbetung“ anerkannt. Mutter Maria Theresia Bonzel blieb bis zu ihrem Tod am 6. Februar 1905 ihre Generaloberin. Heute ist der Orden zweimal in den USA vertreten (in Indiana und in Colorado) sowie auf den Philippinen und in Brasilien. Große Weitsicht bewies Mutter Maria Theresia Bonzel, als sie 1902 als eine der ersten Frauen eine GmbH gründete, um die Tätigkeit ihres Ordens wirtschaftlich und rechtlich abzusichern: die „Gemeinnützige Gesellschaft der Franziskanerinnen“ (GFO). Seit 1995 ist die Maria Theresia Bonzel-Stiftung Trägerin dieser Gesellschaft.  


1961 – 2013: Der Seligsprechungsprozess von Mutter Maria Theresia Bonzel OSF


Am 18. September 1961 wurde der Seligsprechungsprozess für Mutter Maria Theresia Bonzel OSF durch den Paderborner Erzbischof Lorenz Jaeger eröffnet. Ein entscheidender Punkt in jedem Seligsprechungsverfahren ist die Anerkennung eines Wunders. Im Februar 1999 erlitt ein vierjähriger Junge aus der Diözese Colorado Springs (USA) eine lebensbedrohliche Magen-Darm-Erkrankung, bei der die Ärzte nach einer Behandlung über mehrere Wochen und einer drastischen Verschlechterung eine Heilung aus medizinischer Sicht ausschlossen. Die Familie wandte sich in ihrer Sorge an die Schwestern der Olper Franziskanerinnen, die vor Ort lebten, arbeiteten und beteten. Gemeinsam betete die Familie mit den Schwestern zu Mutter Maria Theresia Bonzel um deren Fürsprache bei Gott. Nach kurzer Zeit erholte sich das Kind tatsächlich und konnte vollständig genesen. Im Oktober 2012 wurde dieses Geschehen offiziell als Wunder anerkannt. Am 16. Januar 2013 teilte der Postulator des Seligsprechungsverfahrens, Dr. Andrea Ambrosi aus Rom, dem Generalat der Franziskanerinnen in Olpe mit, dass die zuständige Kommission im Vatikan der Seligsprechung von Mutter Maria Theresia Bonzel zugestimmt hat. Rechtsverbindlich wurde diese Entscheidung schließlich am 27. März 2013, als Papst Franziskus das entsprechende Dekret unterzeichnete.